Teebaumöl » Anwendung, Wirkung & Qualitätsunterschiede erkennen

Ursprünglich kommt der Teebaum aus Australien, wo er schon seit Urzeiten von den einheimischen Aborigines als Heilmittel für offene Wunden und Darmerkrankungen eingesetzt wurde.

Das ysamin Teebaumöl
Für unser Teebaumöl haben wir eine spezielle Farm in Australien gewählt, wo die Melaleuca Alternifolia an ihrem ursprünglichen Heimatort wächst. Das ideale Klima, eine nährstoffreiche Erde und die schonende Verarbeitung lassen das volle und intensive Aroma entstehen, das nicht mit gewöhnlichem Teebaumöl vergleichbar ist. Wenn Sie an unserem Öl schnuppern, werden Sie auch mit einer unerfahrenen Nase den Unterschied sofort erkennen und ggf. eine beruhigende und festigende Wirkung auf Ihr Gemüt ...

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Nach Aufzeichnungen von Dr. Joseph Banks wurde das Wissen um den Teebaum durch Captain James Cook um das Jahr 1770 nach Europa gebracht, wo es zunächst wieder in Vergessenheit geriet, bis es durch den Chemiker Dr. A.R. Penfold als hoch effektives Antibiotikum wiederentdeckt wurde. Durch Penfold erhielt das Teebaumöl einen regelrechten Boom, der bis heute anhält.

Wirkung

Tatsächlich ist Teebaumöl eines der meist-untersuchten ätherischen Öle, vor allem seine Wirkung gegen unterschiedliche Mikroben wurde durch zahlreichen Studien bestätigt. Teebaumöl wirkt, wie jedes ätherische Öl, bereits in kleinsten Mengen. Seine Wirkung ist in erster Linie antibakteriell mit sehr breitem Spektrum (z.B. gegen das akne-verursachende Propionibacterium acnes, Staphyllokokken, div. Enterobakterien etc.), antiviral, antimykotisch (gegen Pilzinfektionen), antiseptisch (desinfizierend), aquaretisch (entwässernd, ohne dabei Mineralstoffe auszuschwemmen), juckreizstillend, insektenabweisend.

Wirkung gegen multiresistente Bakterien

Teebaumöl kann multiresistente Bakterien abtöten. Dies ist ein ziemlich beeindruckender Effekt, denn MRSA-Bakterien sind gegen die meisten herkömmlichen Antibiotika resistent. Gegen das Teebaumöl eine Resistenz zu bilden, ist allerdings nicht so einfach. Grund dafür ist, dass das Teebaumöl ein Bakterium gleichzeitig mit mehreren Mechanismen unschädlich machen kann:

Es greift zum Beispiel den Stoffwechsel des Bakteriums und die Zellmembran an und fördert das Austreten von Zellkalium - um nur einige Wirkmechanismen von Teebaumöl zu nennen. Kein Bakterium kann sich gegen alle “Angriffe” gleichzeitig wehren, was unausweichlich zu seinem Absterben führt. Zusätzlich regt Teebaumöl das Wachstum weißer Blutkörperchen an, die zu den wichtigsten Bestandteilen unseres Immunsystems gehören.

Wirkung gegen Pilzinfektionen wie Candida

Teebaumöl wirkt nicht nur als Antibiotikum gegen Bakterien, sondern auch als Antimykotikum gegen durch Pilze verursachte Krankheiten. Dadurch kann es als wirksames Mittel gegen Candida-Arten wie z.B. gegen den häufigsten Erreger Candida albicans eingesetzt werden, der vor allem den Genitalbereich, Füße, Mundbereich oder Hautfalten befällt. (Achtung: Teebaumöl nur nach Anweisung verwenden!).

In einer Studie von 1997 konnte man mit Teebaumöl den Hefepilz Malassezia furfur erfolgreich bekämpfen. Dabei waren schon sehr geringe Konzentrationen des Öls effektiv.

Ein Jahr später erschien eine weitere Studie, die die Wirkung von Teebaumöl auf den Hefepilz Candida albicans untersuchte. Auch hier konnte man den Pilz mit weniger als 1% Teebaumöl zum Absterben bringen. Geprüft wurden auch einige intravaginale Teebaum-Produkte gegen Pilzinfektionen, ebenfalls mit Erfolg. Das Forscherteam befand alle 3 Produkte trotz ihrer sehr geringen Konzentration an Teebaumöl als effektiv.

Wirkung bei Haut- und Darmkrebs

Eine der beeindruckendsten Studien wurde 2012 im 'Journal für dermatologische Wissenschaften' veröffentlicht. Dabei wurde der Effekt von 10% Teebaumöl auf Hautkrebszellen an Laborratten getestet und es konnte eine schnelle Reduzierung der Tumorzellen festgestellt werden. Auch das Immunsystem wurde durch das Auftragen des Teebaumöls aktiviert. Die Wissenschaftler konnten an den behandelten Stellen eine erhöhte Konzentration und Aktivität von dendritischen Zellen und T-Zellen feststellen.

In einer anderen Studie wurde die Wirkung von purem Terpinen-4-ol (dem Hauptbestandteil von Teebaumöl) auf kolorektale Krebszellen geprüft. Das Ergebnis war, dass das Terpinen-4-ol zum Absterben der Krebszellen führte und eine weitere Vermehrung verhindert wurde.

Leider stehen die Forschungen in diesem Bereich noch ziemlich am Anfang. Bis eine tatsächliche Krebsbehandlung mit mit Inhaltsstoffen des Teebaumöls möglich ist, bedarf es noch weiterer Studien und auch der Lösung einiger Probleme. Zum Beispiel ist es nicht so einfach, das Terpinen-4-ol an die Krebszellen zu bringen, damit dieses effektiv wirken kann.

Wirkung auf die Psyche

Von Teebaumöl wird in der Aromatherapie trotz seinem gewöhnungsbedürftigen Geruch nicht nur die medizinisch-körperliche, sondern auch die psychologische Wirkung genutzt. Der starke Geruch, der eine gewisse würzige Frische in sich trägt und an Majoran erinnert, kann Morgenmüdigkeit oder Trübsal vertreiben.

Dafür ist 1,8-Cineol, ein Monoterpenoxid verantwortlich, welches ätherischen Ölen immer einen medizinisch-frischen Duft verleiht. Die stimmungsaufhellende Wirkung ist aber nicht nur Oxiden, sondern auch Monoterpenen und Monoterpenolen zu verdanken, die im Teebaumöl im Verhältnis ca. 1:1 vorliegen und den größten Anteil der Inhaltsstoffe bilden.

Andere Bestandteile wie etwa Sesquiterpene wirken ähnlich stimulierend auf die Psyche, weshalb Teebaumöl in der Aroma-Behandlung ganzheitlich, als erdend und ausgleichend für Geist, Körper und Seele eingesetzt wird. Der Praxis hat gezeigt, dass Teebaumöl bei Stress, Aussichtslosigkeit, Schwäche und Erschöpfung ganzheitlich stabilisierend und vitalisierend wirkt.

Teebaumöl - physiologische Dosierung

Da ätherische Öle hochkonzentrierte Wirkstoffe sind, die durch ihre niedermolekulare Verbindung sehr leicht von unserem Körper aufgenommen werden, spielt die Dosierung eine entscheidende Rolle. Sowohl in der Aromatherapie als auch in der Aromapflege werden niedrige Dosierungen bevorzugt, ganz nach dem Leitsatz von Paracelsus „allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist“. Eine physiologische Dosierung verhindert Hautreizungen und die Entstehung von Allergien.

Vor allem ermöglicht sie, dass ein ätherisches Öl über einen längeren Zeitraum hindurch ohne Nebenwirkungen verwendet werden kann. Wichtig ist, dass ätherische Öle optimal verdünnt werden. Mit verschiedenen ätherischen Ölen wird in der Regel eine 1%ige Mischung vorbereitet: 1ml, also ca. 20 Tropfen verschiedener ätherischer Öle kommen auf 100 ml Basis-Öl, wie etwa ein kaltgepresstes, hochqualitatives Sonnenblumen-, Oliven- oder Rapsöl etc. Da ätherische Öle fettlöslich sind, werden sie vorwiegend mit fettem Öl bzw. Mazerat (Ölauszug) verdünnt. Bei speziellen Behandlungen wie etwa bei einem Fußbad arbeitet man zwar mit Wasser, aber dabei wird ein Emulgator zu der Mischung hinzugefügt, damit sich die ätherischen Öle im Wasser auflösen können. Hierfür wird vorzugsweise Solubol, ein rein pflanzliches Komplexmittel ohne Alkohol verwendet. Sie können aber auch wertvolle Emulgatoren in Ihrem Haushalt finden, wie etwa fette Sahne, Honig oder Meersalz.

Wird nur ein einzelnes ätherisches Öl wie z.B. Teebaumöl für eine Mischung verwendet, redet man in Fachkreisen von Zubereitung. Bei Zubereitungen wird nur eine 0,5% Konzentration erreicht: 0,5 ml, also ca. 10 Tropfen Teebaumöl wird auf 100 ml Basis-Öl gegeben. Bei einer 1%igen Mischung wären die Inhaltsstoffe des Teebaumöls zu konzentriert, was vor allem bei empfindlichen Menschen eine zu hohe Dosierung bedeuten würde.

Anwendung

Aufgrund der vielseitigen Wirkungsweise gegen Mikroben wird das Teebaumöl hauptsächlich bei Entzündungskrankheiten wie Akne, Zahnfleischentzündung, Harnwegsentzündung, Wunden, Wundliegen (Dekubitus), sowie gegen Pilzinfektionen wie Hautpilz, Fußpilz oder Vaginalpilz (genitale Kandidose) verwendet. Doch auch bei der Mundpflege, sowie gegen Herpes und Herpes Zoster (Gürtelrose), bei Juckreiz oder als Insektenabwehr kann es erfolgreich eingesetzt werden.

Bei physiologischer Dosierung und sachgemäßer Anwendung wird das anregende Teebaumöl allgemein sehr gut vertragen. Um Allergien oder unerwünschte Reaktionen auszuschließen, ist es dennoch ratsam, wenn Sie vor der ersten Anwendung einen Verträglichkeitstest durchführen: 1-2 Tropfen von einer 0,5%igen Teebaumöl Lösung auf die Innenseite des Handgelenks oder in die Armbeuge geben und mindestens 24 Stunden abwarten, ohne die Teststelle während dieser Zeit mit Wasser in Berührung zu bringen. Da es unterschiedliche Allergie-Typen gibt, werden auch die Reaktionen unterschiedlich auftreten. Bei der zellulären Typ-IV-Allergie kommt es beispielsweise erst nach 24 Stunden oder später zu einer Reaktion, die durch spezialisierte Immunzellen hervorgerufen wird. Um die Verträglichkeit zu testen, dürfen ätherische Öle nie pur auf die Haut aufgetragen werden, sonst wird eine allergische Reaktion direkt provoziert. Wer gegen Teebaumöl überempfindlich reagiert, wird bereits bei niedrigsten Dosierungen Hautreaktionen bekommen, denn eine echte Form von Allergie ist immer dosis-unabhängig.

Akne, Pickel und unreine Haut

Akne entsteht nicht nur in der Pubertät durch hormonelle Umstellungen, sondern auch im Erwachsenenalter, wo die Ursachen auch bei seelischen Problemen, falscher Ernährung oder familiärer Disposition liegen können. Deshalb sollte bei Akne gezielt mit verschiedenen ätherischen Ölen und ganzheitlich gearbeitet werden.

Teebaumöl spielt bei einer Öl-Mischung für Akne eine wichtige Rolle, da es desinfizierend und für die entzündeten Hautareale regenerierend wirkt. Sowohl für die Anwendung gegen Akne, als auch gegen Pickel und Pusteln die durch Verunreinigungen entstehen, empfiehlt es sich die Haut vor allem mit Tonika zu behandeln, denn diese sind äußerst schonend. Entzündete Haut ist generell sehr empfindlich, sie sollte nicht mit zu vielen Kosmetika belastet werden. Hierfür wird zuerst eine typgerechte Mischung aus verschiedenen ätherischen Ölen (beispielsweise eine 50 Tropfen Menge, wovon Teebaumöl idealerweise nur 5 Tropfen ausmacht!) angerührt. Von dieser Grundmischung werden anschließend 3 Tropfen entnommen, mit 6 Tropfen Solubol (Emulgator) vermischt und auf 100 ml lauwarmes Wasser gegeben. Sie können dieses Tonikum je nach Bedarf auf ein Wattepad geben und damit das Gesicht gründlich behandeln.

Die Gesichtshaut sollte mit Teebaumöl niemals direkt, wie z.B. mit einem in Teebaumöl getränkten Wattepad, behandelt werden. Zahlreiche Studien bestätigen, dass Teebaumöl bereits bei niedrigsten Dosierungen wirksam desinfiziert. Pur angewendet provoziert es allergische Reaktionen und reizt die Haut mehr, als sie zu heilen. Vor allem beim Kontakt mit Licht und Sauerstoff oxidiert das Terpinen-4-ol und es entstehen vermehrt Allergene, wie z.B. ein Peroxid namens Ascaridol. Diese Art von Oxidationen können die Haut irritieren und Pigmentflecken verursachen.

Warzen, Alterswarzen, Dornwarzen und Feigwarzen etc.

Warzen entstehen durch Virusinfektion, sie machen sich aber nicht immer gleich bemerkbar, sondern oft erst dann, wenn das Immunsystem geschwächt ist oder wenn man unter psychischer Belastung steht. Warzen sind mit Salben oder Tinkturen nur schwer unter Kontrolle zu bringen. Sie sind in der Haut tief verwurzelt und müssen mit der Behandlung quasi „herauswachsen“. Das kann oft lange Monate dauern. Mit Teebaumöl wurden zwar bereits Erfolge gegen Warzen erzielt, aber die Behandlung ist nicht leicht, da es pur und über einen längeren Zeitraum hinaus angewendet werden muss, was Hautreaktionen provozieren kann. Sie sollten eine solche Behandlung nur mit Absprache Ihres Hautarztes vornehmen.

Am besten man macht eine Kombinations-Behandlung mit einem Klebeband. Sie reinigen die Haut, trocknen Sie sie komplett ab und decken die Warze mit einem normalen, grauen Klebeband das Sie auf die Warze zugeschnitten haben, für eine Woche ab. Das soll laut einer Studie von Dr. Focht et al. einerseits die lokale Immunabwehr ankurbeln, die anschließend die Viren angreift, andererseits wird auf dieser Weise der Warze die „Bedeutung genommen“. Das Klebeband soll 6-7 Tage lang auf der Warze bleiben, wenn es abfällt soll es sofort erneuert werden. Nach einer Woche können Sie eine unterstützende Behandlung für 1-2 Tage mit Teebaumöl fortsetzen und die Warze direkt mit einem ½ Tropfen purem Teebaumöl 2-3mal täglich betupfen. Dann erneut mit der Klebeband-Behandlung starten. Wenn die Warze weg ist, kann man die Stelle noch mit Teebaumöl nachbehandeln.

Bei Herpes

Bis heute gibt es unter Forschern noch keine Einigkeit, ob Teebaumöl gegen Herpes effektiv ist. Einige Studien konnten jedoch Erfolge zeigen, besonders wenn der Herpes im frühen Stadium behandelt wurde. Wer Teebaumöl gegen Herpes verwenden will, sollte dies unbedingt mit einem Hautarzt besprechen und ggf. zuerst das ätherische Ravintsaraöl verwenden, das ein Lorbeergewächs ist und extrem stark gegen Viren wirkt. Mit Teebaumöl 1:1 abmischen und von der Ölmischung dann pur, max. einen ½ Tropfen direkt auf die Hautstelle auftragen und zwar gleich wenn der Herpes entdeckt wurde. Sie sollten die Behandlung noch ein paar mal und eher am Abend wiederholen.

Bei Herpes im Intimbereich sollte man mit Teebaumöl nicht experimentieren. Die ersten Symptome könnten nämlich auch auf andere Geschlechtskrankheiten wie etwa Ulcus molle (weicher Schanker) hindeuten.

Gegen Fußpilz

Gegen Fußpilz kann man mit Teebaumöl sowohl ein Fußbad als auch ein Fußpilz Öl zubereiten. Für ein Fußbad können Sie 5 Tropfen Teebaumöl mit 3 Tropfen Rosengeranien-Öl zusammenmischen. Rosengeranie ist bei Fußpilz eine ideale Ergänzung, da es antiseptisch, wundheilend und hautpflegend wirkt. Sie müssen die Öle unbedingt mit einem Esslöffel Sahne verrühren, damit sich die ätherischen Öle im Wasser auflösen können. Geben Sie die Sahne-Öl-Mischung auf 5 Liter warmes Wasser (37°C). Das Fußbad sollte 5-10 Minuten dauern und 1-2 mal täglich angewendet werden.

Nach dem Fußbad sollten die Füße - besonders die Zehenzwischenräume - gründlich abgetrocknet und mit einem Fußpilz Öl eingerieben werden, bevor man sich frische (!) Baumwollsocken anzieht. Für ein Fußpilz Öl für die tägliche Anwendung können Sie 10 Tropfen Teebaumöl, 10 Tropfen Palmarosa und 1 Tropfen Rosengeranie auf 50 ml süßes Mandelöl geben.

Gegen Nagelpilz

Bei einer Nagelpilz-Infektion muss man einen Erregernachweis beim Arzt einholen. Hierfür hilft nämlich oft nur eine medikamentöse Behandlung, da die Pilzinfektion vermutlich schon zu stark ist und von innen bekämpft werden muss. Als begleitende Maßnahme können Sie allerdings auch bei Nagelpilz das oben erwähnte Fußbad unterstützend anwenden.

Gegen Candida und andere Pilzinfektionen

Candida ist ein Hefepilz, von dem man inzwischen ca. 150 verschiedene Arten kennt. Vor allem Candida albicans, der am weitesten verbreitete Erreger kann an vielen verschiedenen Körperstellen vorkommen und für den bereits erwähnten Fußpilz oder beispielsweise für vaginale Pilzinfektionen verantwortlich sein. Grundsätzlich können Candida und andere Pilzarten überall auf der Haut auftreten und unangenehme Symptome hervorrufen.

Bei vaginalen Pilzinfektionen empfiehlt es sich eine Tampon-Mischung vorzubereiten. Dazu verwendet man in der Regel verschiedene ätherische Öle, da Teebaumöl nicht über alle Eigenschaften verfügt, die bei einer Schleimhaut-Behandlung wichtig sind. Sie können beispielsweise 8 Tropfen Palmarosa, 4 Tropfen Litsea, 2 Tropfen Speiklavendel, 3 Tropfen Rosengeranie, 5 Tropfen Manuka und 2 Tropfen Teebaumöl, also insgesamt 24 Tropfen auf 30 ml Johanniskrautöl geben. Die Tampon-Mischung geben Sie am besten in eine 50 ml Braunglasflasche mit einer größeren Öffnung, wo Sie dann einen Tampon eintauchen können. Nach dem Eintauchen können Sie den Tampon sofort einführen und morgens, mittags und abends wechseln. Während der Periode wirkt die Behandlung nicht, daher erübrigt sie sich in dieser Zeit.

Gegen Ungeziefer: Zecken, Mücken, Flöhe, Läuse etc.

Die meisten Ungeziefer können den Geruch von Teebaumöl nicht ausstehen. Es gibt leider keinen 100% Schutz gegen Insektenstiche, aber es gibt Mückenschutz-Mischungen mit Teebaumöl die sich bewährt haben, wenn man damit beim Zelten oder beim Abendessen im Freien die gefährdeten Körperregionen einreibt. Sie können beispielsweise 10 Tropfen Eucalyptus citriodora, 5 Tropfen Palmarosa, 5 Tropfen Teebaumöl und 10 Tropfen Bergamottminze in 50 ml süßes Mandelöl geben.

Gegen Insektenstiche von Mücken, Bienen und Wespen hat sich pures Teebaumöl in der Praxis am besten bewährt. Kein anderes ätherisches Öl wirkt so verlässlich und schnell wie Teebaumöl. Wenn man die Insektenstiche sofort, mit einem Tropfen Teebaumöl behandelt, kommt es nicht zu Entzündungen, zu größeren Schwellungen und es kommt erst gar nicht zu einem lästigen Juckreiz. Hierfür gilt Teebaumöl als echter Notfalls-Tropfen.

Zecken und Mücken
Gegen Zecken ist es nicht ausreichend, nur die Beine einzureiben. Zwar kommen die meisten Zecken durch hohe Gräser etc. von unten auf die Kleidung, viele lassen sich aber auch von Sträuchern oder Bäumen nach unten fallen. Um sich vor Zecken bestmöglich zu schützen, können Sie mit einer Insektenschutz-Mischung auch beispielsweise Haare oder die Ohren einreiben.

Läuse und Flöhe
In Haushalten mit Haustieren können sich Flöhe und Läuse relativ schnell verbreiten. Um diese wieder loszuwerden, kann man eine Teebaumöl-Mischung als Zusatz ins Shampoo geben. Für ein Läuseshampoo können Sie zum Beispiel 10 Tropfen Teebaumöl, 10 Tropfen Lavendel und 10 Tropfen Rosengeranie mischen und diese Mischung dann in ein 100 ml Neutral-Shampoo geben, das für die tägliche Haarwäsche geeignet ist. Das Läuseshampoo sollte mindestens 8 Wochen lang 1 mal täglich verwendet werden.

Gegen Flöhe bei Hunden und Katzen
Auch Hunde kann man mit der oben erwähnten Teebaumöl-Mischung behandeln. Der einfachste Weg ist es, die Teebaumöl-Mischung auf die Hand zu geben und auf das Fell streichen. Wer sein Haustier mit dem Läuseshampoo behandeln, aber nur Teebaumöl verwenden will, muss darauf achten, dass bei einzelnen Ölen auf 100 ml Hundeshampoo nur 10 Tropfen Teebaumöl kommen dürfen, da sonst die Inhaltsstoffe des Teebaumöl zu hoch konzentriert sind. Bei Haustieren wie Menschen ist es empfehlenswert, eine Mischung aus verschiedenen ätherischen Ölen zu verwenden und nicht eine Zubereitung, bei der nur ein einzelnes ätherisches Öl verdünnt wird.

Achtung: Bei Katzen dürfen keine ätherischen Öle verwendet werden! Katzen können ätherische Öle leider nicht verstoffwechseln und bekommen allergische Reaktion, wie Taumeln, Erbrechen, Atemnot etc.

Aphthen, Zahnfleischentzündung und Mundgeruch

Aphthen sind kleine weiße Punkte die häufig am Zungenrand vorkommen und schmerzhaft sind. Wer es verträgt, kann diese direkt mit einem Wattestäbchen mit purem Teebaumöl behandeln. Besser ist es jedoch, Aphthen mit der Mundwasser-Mischung (siehe nächsten Absatz) unverdünnt zu betupfen.

Bei Mundgeruch
Unangenehmer Mundgeruch kann u.a. auch von Bakterien verursacht werden, die durch eine Teebaumöl-Mischung inaktiv werden. Die Verbesserung ist schon nach ersten Anwendungen bemerkbar. Dazu sollte man sich ein desinfizierendes Mundwasser mischen. Mundwasser gibt es für viele verschiedene Probleme. Dieses hier ist eine desinfizierende Mischung, die für alle hier erwähnten Symptome, wie Apthen, Zahnfleischentzündung und Mundgeruch einsetzbar ist, jedoch nicht für die tägliche Mund- und Zahnpflege über einen längeren Zeitraum hindurch geeignet ist. Sie können 6 Tropfen Zitrone, 10 Tropfen Ravintsara, 5 Tropfen Weißtanne, 4 Tropfen Pfefferminze, 4 Tropfen Teebaumöl, 1 Tropfen Zimtblätter mit 3 ml Solubol (Emulgator) vermischen, in eine 100 ml Braunglasflasche geben und mit destilliertem Wasser verschütteln.

Bei Zahnfleischentzündung
Auch bei einer Zahnfleischentzündung lässt sich das entzündete Areal mit der Mundwasser-Mischung und mit Hilfe eines Wattestäbchen direkt betupfen. Nur bei Kunststoff-Zahnersatz sollten keine Mundwasser-Mischungen mit ätherischen Ölen verwendet werden, da sie Kunststoffmaterialien angreifen können.

Erkältung und verstopfte Nase

Wer einen Schnupfen hat, kann seine Beschwerden lindern, indem er ein Dampfbad zur Inhalation mit 1-2 Tropfen Teebaumöl vorbereitet. Es wirkt ganz ähnlich wie ein Dampfbad mit Eukalyptusblättern. Zum Dampfbad erhitzen Sie ca. 2-3 Liter Wasser in einem mittelgroßen Topf. Sobald das Wasser kocht, nehmen Sie den Topf vom Herd und geben pro Liter Wasser ca. 1 Tropfen Teebaumöl hinein. Beugen Sie sich anschließend mit einem Handtuch über den Topf und atmen Sie die Dämpfe ca. 5-7 Minuten lang ein. Auch bei Problemen mit den Nasennebenhöhlen kann ein Teebaumöl-Dampfbad zu einer schnelleren Abheilung führen. Ganz wichtig ist es, dass Sie nach dem Inhalieren eine Stunde lang nicht ins Freie gehen, sonst können sich die Beschwerden verschlimmern!

Sollten Sie bemerken, dass Ihnen das Dampfbad nicht gut tut oder es Ihre Atemwege reizt, brechen Sie es bitte sofort ab.

Teebaumöl im Haushalt

Natürlich kann man das Teebaumöl auch im Haushalt verwenden. Zum Beispiel beim Waschen, da es die Wäsche auffrischt, wenn man statt dem Weichspüler ein paar Tropfen verdünntes Teebaumöl in die Weichspüler-Kammer gibt oder es verdünnt auf die frisch gewaschene Kleidung sprüht bzw. als Bügelwasser verwendet. Allerdings empfinden nicht alle Menschen den Geruch von Teebaumöl als angenehm.

Teebaumöl Qualität

Leider sind gerade auf dem Europäischen Markt viele verfälschte Teebaumöle im Umlauf. Dies zeigte ein Bericht von Dr. Ezra Bejar (American Botanical Council, August 2017). Demnach sind 49% der weltweit verkauften Teebaumöle nicht dem Standard entsprechend und entweder von minderer Qualität oder sogar vorsätzlich verfälscht worden. Nach dem Bericht rufen die verfälschten Teebaumöle sehr häufig allergische Reaktionen hervor und die erwartete Wirkung bleibt meistens aus. Nicht zuletzt deshalb wurde der ISO-4730-2017 - Standard ins Leben gerufen, der ein reines und hochwertiges Teebaumöl garantiert.

Wie bereits erwähnt, ergibt sich die Wirkung des Teebaumöls durch die komplexe Zusammensetzung der verschiedenen Inhaltsstoffe. Auch wenn das Terpinen-4-ol als Hauptinhaltsstoff angesehen wird und der Anteil für eine gute Qualität mindestens 30% betragen muss, sind die anderen Bestandteile deswegen nicht weniger wichtig.

Ein gutes Öl definiert sich also darüber, möglichst nahe am natürlichen Ursprung zu sein. So wie die Zusammensetzung des Melaleuca Alternifolia in seinen ursprünglichen Wachstumsgebieten. Das bedeutet auch, dass das Teebaumöl für therapeutische Zwecke vollkommen unverändert sein und immer nur von einer definierten Pflanzenart stammen sollte.

ISO-4730-2017

Um diese originale Zusammensetzung zu erhalten, wurde 2017 der ISO-Standard 4730-2017 gesetzt, mit welchem ein Mindest- und Höchst-Anteil der wichtigsten Inhaltsstoffe definiert wurde. Der Hauptgrund für die Definition des ISO-Standards waren allerdings die immer häufiger vorkommenden Teebaumöl-Fälschungen, die entweder verdünnt oder mit unnatürlichen Zusatzstoffen versehen waren. Für den normalen Verbraucher ist dies schwer nachvollziehbar, abgesehen von vermehrten allergischen Reaktionen oder ausbleibender Wirkung. Der ISO-Standard ist demnach ein Nachweis, dass es sich um 100% reines und hochwertiges Teebaumöl handelt.

Bio-Zertifizierung / Schadstoffe

Obwohl für den Anbau von Melaleuca Alternifolia keine Pestizide verwendet werden, da das meiste Ungeziefer die Pflanze nicht befällt, ist eine Bio-Zertifizierung durchaus sinnvoll, denn durch benachbarte Felder können Pestizide an die Pflanze und später auch in das Teebaumöl gelangen. Dies gilt es natürlich beim Kauf auszuschließen, was zumindest teilweise durch eine Bio-Zertifizierung möglich ist. Je nachdem, um welches Bio Zertifikat es sich handelt, sind die Werte nach unserer Meinung aber immer noch sehr großzügig angelegt. 'Bio' bedeutet nämlich nicht unbedingt 'schadstofffrei', sondern nur, dass ein gewisser Grenzwert nicht überschritten werden darf. Im Fall unseres Öls veröffentlichen wir auch die Laboranalyse zur Schadstoffbelastung.

Destillation und Herstellung

Ein weiterer Qualitätsfaktor ist die Herstellung und dabei hauptsächlich die Destillation. Diese sollte möglichst bei niedrigem Druck und ohne Auszugshilfsmittel erfolgen, um alle Inhaltsstoffe zu erhalten. Besonders Öle die mehrfach destilliert werden, sind nicht zu empfehlen, da sich der Anteil an Terpinen-4-ol so zwar künstlich in die Höhe treiben lässt, andere Inhaltsstoffe dadurch aber auf der Strecke bleiben. Abgesehen davon sollte der Terpinen-4-ol-Gehalt bei einem wirklich hochwertigen Teebaumöl schon nach der ersten Destillation weit über 30% liegen.

Wenn sich Hersteller einer mehrfachen Destillation bedienen, ist dies in der Regel ein Indikator, dass das Ursprungsmaterial nicht hochwertig ist oder es aus einem Gemisch von minderwertigen Chargen besteht.

Haltbarkeit und Lagerung

Wenn Teebaumöl korrekt gelagert wird, hält es über 3 Jahre. Die lange Haltbarkeit ist nicht weiter verwunderlich, da das Öl laut einer Studie selbst als Konservierungsstoff z.B. für kosmetische Mittel etc. verwendet werden kann. Dies ist aber nur der Fall, wenn das Teebaumöl korrekt gelagert wird, denn durch den Kontakt mit Sauerstoff, Hitze und Sonnenlicht verändert sich die Struktur des Öls und es kann dadurch um einiges häufiger zu Nebenwirkungen, wie Rötungen und Juckreiz kommen. Bewahren Sie Ihr Teebaumöl deshalb immer gut verschlossen an einem dunklen Ort auf, an dem eine Zimmertemperatur von nicht mehr als 22 °C herrscht. Teebaumöl sollte nicht im Kühlschrank gelagert werden. Bei niedrigen Temperaturen wird mehr Sauerstoff im ätherischen Öl gelöst, was die Oxidation und damit das Entstehen von Peroxiden begünstigt. Gleichbleibende, mittlere Raumtemperatur gewährleistet lange Haltbarkeit und gute Qualität.

Die Qualität selbst bestimmen

Wie schon erwähnt, ist es für den normalen Verbraucher nur schwer möglich, ein hochwertiges Teebaumöl von einer Fälschung zu unterscheiden. Doch es gibt einige Hinweise, die Sie beim Kauf beachten können.

ISO 4730-2017 Zertifizierung
Dies ist der beste Indikator, da für eine ISO 4730-2017 Zertifizierung die Laborwerte hohen Standards entsprechen müssen. Produkte mit ISO Zertifikat kann man bedenkenlos kaufen.

Herkunft und Anbaugebiet
Hochwertiges Teebaumöl kommt in der Regel aus Australien oder Neuseeland. China, Singapur oder Indien können ebenfalls als Herkunftsland angegeben sein, wobei es sich dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit um minderwertiges Öl handelt. Auch in Afrika wird Teebaumöl inzwischen angebaut und teilweise auch in guter Qualität. Besonders vorsichtig sollten Sie sein, wenn keine Angabe über das Herkunftsland sowie über die genaue lateinisch-botanische Bezeichnung der Herkunfts-Pflanze auf dem Etikett steht.

Auch die Anbauweise spielt eine Rolle, wofür Kürzungen verwendet werden: kba bedeutet kontrollierter, biologischer Anbau, Ws bedeutet Wildsammlung, rück. bedeutet rückstandskontrolliert, konv. bedeutet konventionell angebaut, also mit chemischen Düngemitteln und Pestiziden bearbeitet.

Der Preis
Der Anbau und die Destillation von Teebaumöl sind aufwendig. Zusätzlich kommen lange Lieferwege (Australien nach Europa) und das Abfüllen in Fläschchen. Natürlich ist ein hoher Preis keine Qualitätsgarantie, aber sehr günstiges Öl ist in der Regel entweder schon alt, nicht 100% rein oder von sehr minderwertiger Qualität.

Teebaumöl Nebenwirkungen & Gefahrenhinweise

Teebaumöl ist ein äußerst potentes Naturprodukt, das von vielen unterschätzt wird. Nicht umsonst wurde es von der ECHA mit 4 GHS-Gefahrenpiktogrammen versehen. Das wären GHS02 (leicht entflammbar), GHS07 (reizend), GHS08 (gesundheitsschädlich) und GHS09 (umweltgefährlich).
Die Gefahrenhinweise klingen abschreckend, wenn man das Teebaumöl als Naturheilmittel in 30 ml Fläschchen kauft. Tatsächlich ist das Öl in diesen Mengen nur dann gesundheitsschädlich oder reizend, wenn man den Flascheninhalt austrinken oder in die Augen tropfen würde.

Bei einer optimalen Verdünnung und physiologischen Dosierung (1%) sind grundsätzlich keine Nebenwirkungen bekannt. Die allergisierende Wirkung von Teebaumöl beruht in den meisten Fällen auf nicht sachgemäß verdünnten Anwendungen oder auf zu häufigem bzw. zu langem Gebrauch. Auch Oxidationen durch unsachgemäße Lagerung oder schlichtweg eine minderwertige Qualität des ätherischen Teebaumöls kann Allergien verursachen. Der Einsatz von purem Teebaumöl kann auch bei unempfindlichen Menschen spontan zu unerwünschten Reaktionen, wie Rötungen oder Juckreiz führen. Sie sollten Teebaumöl auf keinen Fall direkt in Kontakt mit den Augen oder Schleimhäuten bringen, da es diese reizen kann.

Allergische Reaktionen

Bei einer physiologischen Dosierung werden Anwender kaum allergisch auf Teebaumöl reagieren. Es empfiehlt sich dennoch vor der ersten Anwendung immer einen Verträglichkeits-Test durchzuführen. Hierfür wird Teebaumöl niemals pur, sondern in einem fetten Öl gelöst getestet, damit keine allergischen Reaktionen provoziert werden. Wenn die Haut binnen 24 Stunden mit Rötungen oder Juckreiz reagiert, sollten Sie von einer weiteren Anwendung absehen.

In der Schwangerschaft

Innerlich dürfen ätherische Öle aufgrund hormoneller Wirkungen während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Äußerlich können sie in der empfohlenen Dosierung ohne Bedenken verwendet werden. Berichte über durch Teebaumöl verursachte Komplikationen bei äußerlicher Anwendung während einer Schwangerschaft sind bisher nicht bekannt. Der einzige Hinweis, dass Teebaumöl eventuell von Außen auf eine Schwangerschaft einwirken könnte, liefert eine Studie, in der Laborratten schwächere spontane Kontraktionen hatten, nachdem deren Uterus mit Teebaumöl in Berührung kam. Deswegen sollte man die Verwendung in den letzten Schwangerschaftsmonaten immer mit einem Arzt absprechen.

Teebaumöl für Kinder

Teebaumöl kann man auch bei Kindern ab 3 Jahren verwenden, sollte es aber immer außerhalb von deren Reichweite lagern. Kinder reagieren empfindlicher auf ätherische Öle und haben auch ein anderes Duftempfinden als Erwachsene, deshalb sollte die Anwendung immer zuvor mit einem Aromatherapeuten besprochen und anschließend mit einem Arzt abgestimmt werden. Es wäre falsch zu denken, dass Kinder die gleichen Mischungen und betreffend der Dosierung der ätherischen Öle die Hälfte von der Erwachsenen-Menge brauchen! Man muss bedenken, dass Kinder ihre Empfindungen oder Schmerzen noch nicht klar definieren können. Daher ist die richtige Diagnose besonders wichtig. Erst danach folgt die richtige Auswahl der ätherischen Öle für die jeweilige Mischung, wobei das Kind am besten jedes einzelne Öl testen bzw. riechen sollte. Wenn ein Kind gerade Teebaumöl nicht riechen kann, wird es ihm ganzheitlich auch nicht gut tun. Dann muss ein anderes Öl mit ähnlicher Wirkung ausgewählt werden.

Bei Kindern, die beispielsweise unter Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen leiden, muss man sehr aufpassen, dass diese die Dämpfe nicht einatmen. Bei präpubertären Kindern kann dauerhafte Anwendung zu einer [Gynäkomastie] (https://www.aerzteblatt.de/archiv/57051/Gynaekomastie-nach-Lavendel-und-Teebaumoel) beitragen, was bei Verdacht unbedingt von einem Arzt untersucht werden sollte.

Was tun bei Augenkontakt

Sollten Sie Teebaumöl in die Augen bekommen, spülen Sie es sofort mit kaltem Wasser großzügig aus. Verwenden Sie auf keinen Fall andere ätherische Öle zum Spülen bzw. Wischen, da diese sich in Ölen rasch auflösen und so von Schleimhäuten sofort aufgenommen werden. Das würde nur noch mehr brennen bzw. Schmerzen verursachen. Durch aktives Wasserspülen tritt spätestens nach 20 Minuten eine deutliche Verbesserung ein. Wenn die Schmerzen nach 1-2 Stunden immer noch nicht abklingen, kontaktieren Sie einen Augenarzt.

Was tun nach Verschlucken

Wenn es sich um einen erwachsenen Menschen und nur um ein paar Tropfen handelt, genügt es zunächst ausreichend Wasser nachzutrinken und abzuwarten. Es werden normalerweise keine Symptome auftreten. Bei größeren Mengen hingegen sollte man unbedingt einen Arzt kontaktieren. Dies ist besonders bei Kindern wichtig, denn diese können auch bei einer kleinen Menge Vergiftungssymptome zeigen.

Kopfschmerzen

Wenn man ätherische Öle beispielsweise für die Duftlampe zu hoch dosiert, können die Dämpfe zu Kopfschmerzen führen. Vor allem bei Anwendern, die generell anfällig für Kopfschmerzen sind. Auch wenn ein bestimmtes Öl wie etwa Teebaumöl in vielen Anwendungen parallel verwendet wird, wie etwa für die Wäsche, für die Duftlampe, für Fußbäder etc., können Kopfschmerzen oder allergische Reaktionen auftreten. Überdosierung oder zu häufiges Anwenden kann bei allen Menschen zu Reaktionen führen.

Nicht empfohlene Anwendungen

Wo das Teebaumöl von manchen Anwendern unterschätzt wird, wird es von Anderen überschätzt. Das Teebaumöl hilft gegen viele Probleme und hat ein weites Anwendungsspektrum. Es ist aber auch kein Allheilmittel und sollte niemals als Ersatz für die Behandlung von ernsten Krankheiten, wie Krebs, Infektionen, Neurodermitis etc. gelten. Deswegen wollen wir von folgenden Anwendungen unbedingt abraten, auch wenn es von vielen Herstellern oder Internetseiten genau so dafür angepriesen wird.

Bei rissiger Haut
Teebaumöl ist in seiner reinen Form nicht für Personen mit rissiger Haut geeignet. Selbst bei trockener Haut sollte es nur in Kombination mit fetten Ölen, wie etwa Mandelöl verwendet werden.

Bei Narben
Nach manchen Berichten soll das Teebaumöl gegen Narben helfen. Diese Behauptung ist nach unserem Wissen aber nicht haltbar.

Auf offene Wunden
Größere Wunden oder frische Narben sollte man nicht mit Teebaumöl behandeln. Dies kann eine eher schmerzhafte Erfahrung werden.

Hautkrebs
Auch wenn es Hinweise gibt, dass Teebaumöl die Bekämpfung von Krebszellen unterstützt, sollte es keinerlei Ersatz für eine medizinische Behandlung sein.

Ins Ohr schütten
Es ist auf keinen Fall zu empfehlen, Teebaumöl ins Ohr zu schütten, da es sich im Falle einer negativen Wirkung kaum wieder aus dem Ohrinneren entfernen lässt. Auch wenn die eigene Haut nicht allergisch auf das Öl reagiert, gibt es im Ohr einige Stellen, die ggf. empfindlicher sind.

Husten
Teebaumöl bei Husten zu inhalieren ist ebenfalls nicht empfohlen, da es die Atemwege eher noch mehr reizt. Wenn sich der Schleim im Rachen bereits spürbar löst, kann man es mit einem Dampfbad versuchen.

Rauchen
Träufeln Sie das Öl auf keinen Fall auf die Zigarette etc. Dies wirkt reizend auf die Atemwege und wird ggf. sehr unangenehm.

Bei Katzen
Katzen können ätherische Öle grundsätzlich nicht verstoffwechseln und reagieren darauf mit allergischen Reaktionen. Bei Katzen sollte man deshalb auch kein Teebaumöl verwenden.

Chemische Zusammensetzung

Teebaumöl enthält über 100 wirksame chemische Verbindungen, die bis heute noch nicht komplett erforscht sind. Ganz zu schweigen von dem komplexen Zusammenspiel aller Wirkstoffe. Die wichtigsten Bestandteile sind Terpinen-4-ol, Alpha-Terpinen, Terpinolen, Terpineol, Pinen, Myrcen, Phellandren, Limonen, P-Cymen und 1,8-Cineol.

Bei einer chemischen Analyse (Gaschromatographie) werden die ca. 15 wichtigsten Bestandteile getestet, deren Anteile die Qualität des Teebaumöls bestimmen. Was dabei als “hochwertig” gilt, wurde vom internationalen Standard ISO-4730-2017 festgelegt. Als Beispiel einer solchen Analyse, folgt das Ergebnis unseres Teebaumöls von 2017:

Bestandteil ISO 4730-2017 Ysamin 2017
terpinen-4-ol 35,0 - 48,0 39,96
γ-terpinene 14,0 - 28,0 20,65
α-terpinene 6,0 - 12,0 10,03
α-terpinolene 1,5 - 5,0 3,49
α-terpineol 2,0 - 5,0 3,07
α-pinene 1,0 - 4,0 2,41
1,8-cineole tr - 10,0 2,14
p-cymol 0,5 - 8,0 1,35
aromadenrene 0,2 - 3,0 1,22
δ-cadinene 0,2 - 3,0 1,2
ledene 0,1 - 3,0 0,99
limonene 0,5 - 1,5 0,83
sabinene tr - 3,5 0,67
globulol tr - 1,0 0,21
viridiflorol tr - 1,0 0,14
  • Alle Angaben sind in %.
  • tr steht für ‘trace’ - Spur und meint die geringste Menge die man messen kann.

Geschichte und Herkunft

Teebaumöl wird vermutlich schon seit über 1000 Jahren von den in Australien einheimischen Aborigines gegen eine ganze Reihe von Krankheiten und Verletzungen eingesetzt. Westlich anerkannte Aufzeichnungen über das Teebaumöl gibt es erst seit 1770. Diese stammen von Dr. Joseph Banks, der zusammen mit Cpt. James Cook im Auftrag der Britischen Royal Navy in Richtung Botany Bay, südlich von Sydney segelte.

Dort angekommen reiste Cpt. James Cook weiter bis nach South Wales, wo er große Mengen des Teebaumes sah. Von den einheimischen Aborigines wurde ihm erzählt, dass der Sud der Blätter “wundersame” Heilkräfte besitzt und gegen Bauchschmerzen sowie gegen offene Wunden eingesetzt werden kann. Eine offene Schnittwunde war damals aufgrund der hohen Infektionsgefahr oftmals ein Todesurteil. Doch die Aborigines zerstießen die Blätter zu einem Brei und trugen diesen direkt auf die Wunde auf. Die antibaktierelle Wirkung des Teebaumes war dabei so stark, dass die Wunde trotz aller Verunreinigungen wieder abheilte und der Verletzte überlebte.

Cpt. James Cook begann nach diesen Berichten aus dem Blättern eine Art Tee zu brauen, den er regelmäßig trank. Dies war wohl auch der Grund, warum er die Pflanze einfach 'Teebaum' nannte. Doch etwas später geriet das Geheimnis des Teebaumes wieder in Vergessenheit und wurde erst 1925 durch den Chemiker Dr. A.R. Penfold wieder bekannt. Dieser konnte in einer Studie nachweisen, dass das Teebaumöl 13 mal effektiver als Phenol (das damalige Standard-Antiseptikum) war.

Während des zweiten Weltkriegs brach unter Australischen Soldaten starker Fußpilz aus, wogenen keine Behandlung etwas ausrichten konnte, bis ein Arzt mit Aborigine-Wurzeln sich an die Wirkung des Teebaums erinnerte und es als pures Öl auf die Füße der Soldaten auftrug. Dies funktionierte so gut, dass der Fußpilz schon nach wenigen Tagen komplett verschwand. Die damaligen Soldaten bekamen daraufhin eine Flasche Teebaumöl standardmäßig in ihren “Erste Hilfe” Koffer.

Botanik & Anbau

Der Teebaum (lat. Melaleuca alternifolia) ist im jungen Stadium eine strauchartige Pflanze mit dünnen grünen Blättern und bauschigen weißen Blüten. Er gehört zur Gattung der Myrtenheiden (Melaleuca). Auf Plantagen wird die Teebaumpflanze auch relativ klein gehalten, um die Blätter möglichst effizient ernten zu können. In freier Wildbahn kann der Teebaum allerdings 7-10 Meter groß werden, mit einem starken Holzstamm. Die Rinde ist dünn, pergamentartig und besteht aus mehreren Schichten, die am Stamm sichtbar aufbrechen und sich abschälen. Dadurch entsteht ein robuster Schutz, der auch den widrigsten Wetterbedingungen standhalten kann. In Australien wachsen die Bäume so schnell, dass diese 2x pro Jahr abgeerntet werden können.

Studien und Weiterführende Literatur