Jojobaöl » Anwendung, Wirkung & Qualitätsunterschiede erkennen

Jojobaöl wird aus den Nüssen des Simmondsia chinensis Strauchs gewonnen und ist strenggenommen kein Öl, sondern ein Wachs. In der Fachliteratur wird es deshalb ausschließlich Jojobawachs genannt, gemeint ist aber die gleiche Substanz. Der Simmondsia chinensis Strauch wächst in Wüstenklima und ist im Süden der USA und im Norden von Mexiko beheimatet.

Jojoba ist die einzige bekannte Pflanze, die flüssiges Wachs produziert. Im Gegensatz zu anderen pflanzlichen Ölen, ist Jojobaöl unserem hauteigenen Sebum (Eine wachsähnliche Substanz, die von unseren Talgdrüsen Produziert wird. Es ist zudem die Grundlage unseres natürlichen Hautschutzmantels.) sehr ähnlich, was es zu einem idealen Hautpflegemittel macht. Es ist extrem vitaminreich, zieht schnell in die Haut ein, fettet nicht und hat das früher sehr begehrte Walratöl ersetzt.

Jojobaöl besteht zu ~97% aus einfach ungesättigten Fettsäuren wie Gondosäure, Erucasäure und Ölsäure. Im Gegensatz zu anderen Ölen, zieht es fast rückstandslos in die Haut ein, regt die Wundheilung an und schützt die Haut mit einem natürlichen Lichtschutzfaktor von 4. Es enthält nur einen geringen Anteil an Triglyceride und reagiert kaum auf Sauerstoff oder andere Umwelteinflüsse, wodurch es bis zu 25 Jahre (!) haltbar ist.

Ungefiltertes Jojobaöl ist gelb und hat einen nussig-würzigen Geruch. Als Alternative kann man auf gefiltertes Jojobaöl zurückgreifen, das farb- und geruchlos ist und sich hervorragend als Trägeröl oder neutrale Grundlage für Kosmetika eignet.

Wirkung

Bei Pickel und Akne

Akne entsteht durch mehrere Faktoren, wie eine Überproduktion von Talg, die Verstopfung von Talgdrüsen und die Vermehrung des Propionibacterium acnes, was letztendlich zu einer sichtbaren Entzündung führt. Um der Entstehung des Bakteriums vorzubeugen und verstopfte Talgdrüsen zu reinigen, werden oft aggressive Waschmittel oder Peelings eingesetzt. Dies zerstört allerdings den natürlichen Säureschutzmantel der Haut, was diese anfälliger für Infektionen macht und als Schutzreaktion, die Talgproduktion wieder stark anregt.

Es entsteht ein ‘Teufelskreis’, indem die Haut leider oft sehr in Mitleidenschaft gezogen wird. Das Jojobaöl kann helfen, genau diesen ‘Teufelskreis’ zu durchbrechen, da es unserem hauteigenen Sebum sehr ähnlich ist und schnell in die Haut einzieht, ohne ein fettiges Gefühl zu hinterlassen und ohne die Poren zu verstopfen! Es Schützt die Haut vor äußeren Einflüssen und verhindert die erhöhte Talgproduktion. Das Jojobaöl ist also für Menschen mit fettiger und trockener Haut geeignet, da es feuchtigkeitsspendend und gleichzeitig regulierend auf die Talgproduktion wirkt.

In den Poren selbst, wirkt das Jojobaöl verdünnend auf das Sebum unserer Haut, das auch abgestorbenes Zellmaterial enthält. Der grundlegenden Verstopfung der Hautzellen wird dadurch verhindert. Zusätzlich zeigen einige Studien, dass Jojobaöl antibakteriell und wundheilend wirkt (mehr dazu weiter unten). Der hohe Anteil an Vitamin A und Vitamin E helfen bei der Regeneration der Haut ebenfalls. Jojobaöl besitzt also alle Eigenschaften, die sich ein Aknepatient nur wünschen kann.

Antibakterielle Wirkung

Jojobaöl wirkt gegen die meisten Bakterien, besonders gegen den Staphylococcus aureus. Das Bakterium kann sich beim Kontakt mit Jojobaöl nicht mehr vermehren und stirbt ab. Das Öl enthält Vitamin E, verschiedene B-Vitamine, Silizium, Chrom, Kupfer und Zink. Jojobaöl ist reich an Jod, was bei Infektionen hilft und enthält Myristinsäure, die ebenfalls entzündungshemmende Eigenschaften hat.

Geschichte und Botanik

Der Strauch wächst wild in den USA, hauptsächlich in trockenen Gegenden im Südwesten. Die Nuss wurde von den einheimischen Indianern ‘Hohowi’ genannt und als Paste für Haut und Haare verwendet oder als Notfallnahrung. Die Nüsse enthalten eine hohe Menge an Protein, so dass die überbleibsel der Nüsse nach der Ölpressung schon auf Tauglichkeit als Tierfutter getestet wurden. Das Wachs selbst, was ca. 50% der reifen Nuss ausmacht, ist allerdings nicht verdaubar und wird bis auf geringe Mengen wieder komplett ausgeschieden.